News und Beiträge · 13. Januar 2026
Wie Ticketpark mit künstlicher Intelligenz umgeht
Der breite Zugang zu künstlicher Intelligenz (KI) gehört zu den bedeutendsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre.
Auch bei Ticketpark ist KI in vielen Bereichen angekommen. Sie macht effizienter, verbessert Daten, erleichtert Routinearbeiten. Wir nutzen die daraus entstehenden Möglichkeiten bewusst und definieren klare Leitplanken für ihren sinnvollen Einsatz.
KI als Werkzeug
«Im Gasthof Rössli setzen wir neu auf Induktionsherde!»
Bei einem solchen Werbeslogan würden viele zu Recht die Stirn runzeln. Was bringt diese Information einem Gast, der einfach ein gutes Mittagessen geniessen möchte? Entscheidend sind Herkunft und Qualität der Zutaten, nicht Herd oder Kochlöffel.
Bei künstlicher Intelligenz wird dieser Grundsatz oft vergessen. Zu viele Tools und Plattformen werben mit «KI-Features», ohne zu erklären, welchen konkreten Nutzen sie bringen.
Wir sind überzeugt: Es muss umgekehrt sein. Künstliche Intelligenz ist keine Funktion für sich. Wie eine Datenbank oder eine Schnittstelle ist sie ein technisches Hilfsmittel, um einen konkreten Bedarf zu erfüllen.
Selbstverständlich können die Fähigkeiten von KI frische Ideen inspirieren und so neuen Bedarf schaffen. Am Ende geht es jedoch immer darum, ein Problem zu lösen. KI kann Teil der Lösung sein, muss aber nicht.
Wir verstehen sie als Mittel zum Zweck.
Unser Grundsatz im Umgang mit KI
Gerade generative künstliche Intelligenz, wie man sie von Tools wie ChatGPT kennt, ist im Alltag sehr hilfreich.
Gleichzeitig birgt sie die Gefahr, es sich damit zu einfach zu machen. Denn wenn eine Maschine scheinbar wie ein Mensch argumentiert, ist es verlockend, sie auch als solchen wahrzunehmen. Doch sie bleibt eine Maschine: ohne Verantwortungsbewusstsein, ohne Sinn für Geschmack, ohne Moral und mit begrenztem Kontextverständnis.
Unser Grundsatz lautet daher:
Die künstliche Intelligenz schlägt vor.
Der Mensch entscheidet.
Das gilt intern wie auch für unser Ticketsystem. KI macht Vorschläge, die überprüft und angepasst werden können. Die Entscheidung liegt dort, wo sie hingehört: bei Veranstaltenden, Publikum und Team.

Seiner Zeit voraus: Grundsatz aus einem internen IBM-Schulungsdokument von 1979.
Konkrete Anwendungsbereiche
Künstliche Intelligenz bringt bereits heute Vorteile für alle, die mit Ticketpark interagieren. Was bleibt, ist der Grundsatz, dass die Entscheidung bei den beteiligten Personen liegt.
Einige Beispiele:
Wenn Event-Besuchende nach einem Anlass Feedback abgeben, kann Ticketpark anhand einer KI-Integration eine alternative Sternebewertung vorschlagen. Ob diese übernommen wird, entscheidet die besuchende Person selbst.
Wenn Veranstaltende diese Bewertungen auswerten, steht ihnen ein KI-generiertes Fazit zur Verfügung. Die vollständigen Rohdaten bleiben jederzeit einsehbar, sodass eigene Schlüsse möglich sind.
Das Tech-Team nutzt ChatGPT oder Google Gemini, um Daten zu strukturieren oder Datenbankabfragen zu optimieren – stets mit kritischem Blick auf Ergebnis und Zweckmässigkeit.
Das Sales-Team setzt KI für automatisierte Recherchen ein. Ob die gewonnenen Informationen relevant sind und eine Kontaktaufnahme sinnvoll ist, entscheidet weiterhin der Mensch.
Der Autor dieses Blogbeitrags hat KI genutzt, um seinen oft etwas langfädigen Schreibstil zu straffen. Nicht jeder Vorschlag wurde übernommen, denn manche Formulierungen sind bewusst so gewählt, wie sie sind.
Was die Zukunft bringt
Auch wir sind von den neuen Möglichkeiten inspiriert. Wir arbeiten aktiv daran, künstliche Intelligenz dort weiter in unsere Systeme zu integrieren, wo sie konkreten Nutzen stiftet.
In unserem Experimentierlabor entsteht derzeit beispielsweise ein KI-Tool, das ermöglicht, neue Veranstaltungen auch aus wenig strukturierten Daten automatisiert im Ticketsystem aufzusetzen – nach Kontrollblick auf die vorgeschlagenen Schritte, natürlich. Durch laufende Verbesserungen wird dieses Tool täglich leistungsfähiger und zuverlässiger. Unser Ziel ist es, diese Möglichkeiten künftig auch Veranstaltenden zugänglich zu machen.
Bei all diesen Entwicklungen steht für uns der Nutzen für Veranstaltende und Publikum im Vordergrund, nicht die Technologie an sich.
Gleichzeitig verlieren wir den Menschen nicht aus dem Blick. Denn KI wird auch die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Medienwissenschaftler Matthias Zehnder bringt es in seinem Blog auf den Punkt: «Wenn die KI uns von einfachen Routinearbeiten entlastet, bleiben für uns Menschen jene Aufgaben, die uns als Expertinnen und Experten voll und ganz fordern. Das bedeutet: Unsere Arbeit wird anspruchsvoller und anstrengender.» Das wirft auch die Frage auf: Wie werden nachfolgende Generationen zu Expertinnen und Experten, wenn grundlegende Arbeiten zunehmend von Maschinen übernommen werden?
Die kommenden Entwicklungen sind technisch spannend und gesellschaftlich herausfordernd. Als Nerds mit Herz freuen wir uns darauf.